Donnerstag, 31. Dezember 2009

Hey ihr Lieben!
So, nun kommt mein letzter Eintrag aus dem Jahr 2009, was bei mir in circa 4 Stunden vorbei ist.
Erstmal wünsche ich euch einen Guten Rutsch ins neue Jahr und hoffe, dass ihr in diesem alles erreicht, was ihr euch vornehmt und natürlich gesund bleibt! Also macht keinen Blödsinn und passt auf euch auf, schließlich möchte ich euch alle nächsten Sommer heil in die Arme schließen können ;)
Über die letze Woche des alten Jahres berichte ich in den nächsten Tagen nochmal, die Bilder dazu gibt es jedoch schon auf meiner Fotoseite.
Alles Liebe und wir hören im neuen Jahr wieder voneinander :)

Donnerstag, 24. Dezember 2009

Die liebsten Weihnachtsgrüße

Hey meine Lieben!

Ich wünsche euch fröhliche Weihnachten und hoffe wirklich sehr, dass ihr ein paar schöne Weihnachtstage habt! Genießt die schönen Weihnachtstage, schließlich sind es mit die schönsten des Jahres!


Wir hatten bisher schon einen fantastischen Weihnachtstag und waren heute Mittag im Regenwald um Minjin zu machen, und es war einfach nur unglaublich toll!! Kathie und ich haben uns die Seele aus dem Leib geschrien und Franzi hatte einen einzigen Lachkrampf :) Also das war so, dass wir zu dritt nebeneinander an einem Seil gesichtert wurden, dann in 45m Höhe gezogen wurden, also wir waren dann ganz frei und alles und dann musste einer von uns am Seil ziehen und dann ging es im freien Fall nach unten, und das unglaublich schnell und ja, also wir sind dann nach vorn geschwungen bis wieder 40-45m Höhe und rückwärts wieder zurück und das so lange bis wir ausgeschwungen sind, es war sooo geil :):) Wir haben das dann direkt nochmal gemacht, weil das zweite mal so günstig war und wir einfach nur begeistert waren :) Das war schon ein geiles Erlebnis :)


Naja, danach gab es dann gerade ein richtiges Festessen mit Lachs, Spinat und Nudeln und nun wollen wir gleich noch ein wenig losziehen =)

Also, ich wünsche euch nochmal Frohe Weihnachten eine wunderschöne Zeit
Alles, alles Liebe :-*

Dienstag, 22. Dezember 2009

Von A nach B

Nach langen zwei Monaten in Darwin, in denen wir Darwin echt ins Herz geschlossen haben und es richtig zu unserer Heimat wurde, wo man einen ganz normalen Alltag hatte, sich überall perfekt auskannte, genau wusste, wo was ist und auch ein paar echt nette Leute gefunden hatte, war am Sonntag dann unser letzter Tag.
Der Tag wurde damit verbracht, das Haus zu putzen, unsere Sachen zu packen, was doch recht abenteuerlich war und schon jetzt wurden die ersten Klamotten weggeworfen, weil sie einfach vollkommen hin waren und schließlich Dinner gekocht. Wir haben nämlich für Trajan als Dankeschön ein typisch deutsches Essen, Gulasch mit Rotkohl und Kartoffeln gekocht, was echt verdammt lecker war (Großes Lob an Kathi unsere Köchin ;) )Dazu haben wir ihm dann noch zwei Bilderrahmen mit Fotos von uns geschenkt, damit er uns auch nicht vergisst ;) Nach dem Essen wurde noch der Rest gepackt und dann ging es nochmal für ein Abschlussbier ins Monsoons und ins Shenannigans, um sich nochmal von allen zu verabschieden und einfach noch mal eine Runde zu quatschen :)

Um halb zwei ging’s dann zurück zum Apartment, um alle Sachen zusammenzusuchen und dann um zwei mit dem Taxi zum Flughafen, nachdem wir uns dann auch noch von Trajan verabschiedet haben.
Dort gab’s dann jede Menge Warterei auf‘s Einchecken und das alles, was dann mit telefonieren und wehmütigen Gedanken überbrückt wurde, schließlich waren wir noch nie so lange an einem Ort, um es dann mit dem Wissen, dass man wohl nie wieder dorthin kommt, zu verlassen. Und es wurde auch wirklich schon unsere richtige Heimat, wo man so viel erlebt hat, wo wir Miikka wieder getroffen haben, wo ich Pia wiedergetroffen habe – das habe ich ja auch noch gar nicht erzählt. Also vor zwei-drei Wochen hatte ich eine Nachricht von Pia, dass sie noch bis zum nächsten Tag in Darwin sei und nach einigem Gewirr haben wir uns dann für den nächsten Tag zum Kaffee trinken verabredet und dann am nächsten Tag gemütlich im Café zusammen gesessen und über Gott und die Welt geschnackt :) Das war echt schön, vor allem irgendwie auch ein komisches Gefühl, weil man sich sonst immer nur in Itzehoe getroffen hat und nun auf einmal am ganz anderen Ende der Welt, aber das war echt cool =)

Naja, auf jeden Fall war der Flug ganz gut, soweit ich das beurteilen kann, weil ich davon absolut gar nichts mitbekommen habe, weil ich vorm Start eingeschlafen bin und dann als wir wieder auf dem Boden waren, aufgewacht bin, und auch Auschecken und alles ging echt schnell, sodass wir recht zügig dann im Hostel waren und endlich in unser Bett gehen konnten, schließlich war’s mittlerweile ca. halb neun-neun. Unser Hostel, in dem wir jetzt wohnen ist riichtig schön. Wir sind in einem 6-girls-dorm, wohnen da jetzt aber nur noch zu dritt drin (die erste nach zu viert) und unsere Mitbewohnerin, auch eine Deutsche, ist auch richtig nett. Das Zimmer ist verdammt luxuriös im Gegensatz zu anderen Hostels, vor allem im Vergleich zum Chillis in Darwin: Das Zimmer ist groß, die Betten überbreit, wir haben eine eigene Küchenzeile mit Waschbecken, Schränken und Kühlschrank, einen kleinen Balkon und vor allem: ein Bad :) einfach nur schön. Dann der Küchenbereich ist richtig schön, dann gibt es eine große Fläche, wo die Tische zum Essen sind, wo dann auch PCs für Internet sind, dann richtig viele Sofas, total gemütlich, ein Billardtisch und unten noch ein schöner Pool :) Also das Hostel ist einfach nur cool und vor allem auch sauber, es hat sogar dieses Jahr den Preis für das beste Hostel bekommen und dabei ist es noch nicht mal teuer :)
Hier kann man’s echt gut aushalten, vor allem für Weihnachten ist es ganz schön, dass wir ein cooles Hostel haben. Apropos Weihnachten, das ist das Beste überhaupt: damit wir Weihnachten nicht in Tränen enden, wollten wir irgendwas Cooles machen und jetzt haben wir heute Min Jin gebucht, ich kann das nicht genau erklären, was es ist. Auf jeden Fall ist es im Regenwald, wir hängen zu dritt an einem Seil in der Höhe und dann muss einer das Seil ziehen und dann schwingen wir in der Höhe hin und her und ja, ich glaub das wird verdammt geil :)
So, eigentlich meinte ich ja, ich hätte nicht viel zu erzählen, und nun hab ich wieder viel zu viel geschrieben, aber naja, da müsst ihr nun durch ;)

Also, ich melde mich jetzt auf jeden Fall wieder regelmäßiger, bis dahin alles Liebe :-*

Vom Leben als Obdachlose

Ja, also das ist eine längere Geschichte. Nachdem wir 7,5 Wochen im Chillis Backpackers gewohnt haben, sind wir umgezogen, und zwar hatten wir da schon wieder tierisches Glück, weil die Mitbewohnerin von Trajan für zwei Wochen nach Sydney geflogen ist und sie uns dann erlaubt hat, für die Zeit bis zum Abflug nach Cairns in ihr Zimmer zu ziehen (übrigens Abflug, hatte ich das überhaupt erzählt? Also gestern, am 21., sind wir nachts um 5 nach Cairns geflogen) Naja, auf jeden Fall sind wir dann letzten Samstag, also am 12. In das Apartment umgezogen, das richtig schön groß und gemütlich ist. Am gleichen Tag ist Trajan aber für zwei Tage nach Melbourne zu seinem Cousin geflogen, das heißt, wir waren übers Wochenende allein in der Wohnung.
So, dann gab es einen passenden Schlüssel, der blau war und noch ganz viele andere silberne Schlüssel, die wir auch ausprobiert hatten und die eigentlich auch passten, so dachten wir jedenfalls. Franzi und ich mussten dann schon früher zur Arbeit und hatten haufenweise Schlüssel mitgenommen. Dann kam irgendwann total verzweifelt Kathi in den Pub und meinte, sie bräuchte meine Schlüssel, weil sie sich ausgesperrt hätte. Damit ist sie dann barfuß, mit ihren Flip-Flops in den Händen zur Wohnung zurückgerannt (eine Stunde später sollte auch sie arbeiten), hat es mit denen versucht: klappte nicht. Also nochmal zurück in die Hauptstraße und zu Franzi ins Monsoons, ihre Schlüssel abgeholt und wieder barfuß zurück zur Wohnung: passte nicht. Oh Gott, was nun?? Auch Leute, die sie um Hilfe bat, waren nicht fähig die Tür zu öffnen, obwohl wir über 10 Schlüssel mithatten, darunter auch ein Blauer. Um kurz nach 9 kam Kathi dann in Flip-Flops und blauen Top statt geschlossenen Schuhen und Shenannigans-Shirt zur Arbeit, wo sie dann erstmal ausgestattet wurde. In Schuhen in Größe 42 statt 37 wurde dann erstmal bis zum Schließen gearbeitet und auf den Schock ein Bier getrunken. Als dann auch Franzi Feierabend hatte, sind wir alle zusammen zur Wohnung und haben nochmal alle Schlüssel ausprobiert. Zu unserem Glück, war der Fahrstuhl an dem Tag natürlich auch kaputt, sodass wir immer hoch und runter und wieder hoch und runter laufen mussten. Naja, als die Tür dann wirklich nicht aufging und um 4Uhr nachts uns auch keiner helfen konnte waren wir wohl definitiv obdachlos für diese Nacht. Ich hab uns echt schon im Flur vor der Tür schlafen sehen, aber da dachten wir uns, dass wir nochmal für eine Nacht im Hostel einchecken. Die boten uns dann auch ganz freundlich an, morgen früh um 10 einchecken zu können…um 10 brauchten wir allerdings kein Bett mehr…also was nun? Wir sind dann nochmal zurück zum Shenannigans, um zu gucken, ob da noch jemand ist und zum Glück saßen sie da noch alle. Nachdem sie uns dann erzählten, dass der Schlüsseldienst um diese Uhrzeit ein Vermögen kostet hat uns dann einer der Türsteher angeboten, für die Nacht bei ihm unterzukommen. Und so konnten wir dann fertig, nach Rauch stinkend und noch immer in unseren Arbeitsklamotten auf einer Matratze im Flur neben einer Schlange schlafen. So schlimm es sich auch anhört, es war so gemütlich, wir wollten am nächsten Tag das Bett gar nicht mehr verlassen. Naja, aber das mussten wir aber ja, damit wir uns mal darum kümmern konnten, wieder in die Wohnung zu kommen. Nachdem wir es nochmal selbst versuchten, wollten wir dann nach dem Hausmeister von dem Apartment fragen. Weil Franzi schon wieder Arbeiten musste, sind Kathi und ich dann einfach los und haben bei irgendeiner Wohnung gefragt. Die meinten dann ganz überzeugt „ja, der wohnt in 40“ wir also hoch (der Fahrstuhl ging immer noch nicht, war ja Sonntag) 40 meinte „nene, der wohnt in 14“ wir also zu 14, der uns dann ganz überzeugt vermittelte, dass der Hausmeister in 2 wohne, die aber wiederum meinte, es müsse irgendwo im 3.Stock sein und so ging es insgesamt eine Stunde. Ich weiß nicht, ob ihr die Folge kennt, aber von Asterix und Obelix gibt es eine Folge, in denen die beiden im Amt Ewigkeiten hoch und runter und hin und her geschickt werden und genau so kamen Kathi und ich uns vor. Wir dachten schon, irgendwo sitzen Leute hinter der Kamera und lachen uns aus. Naja, irgendwann hat uns dann ein Mitbewohner erklärt, dass der Hausmeister gar nicht im dem Haus wohne und man ihn auch nur von Montag bis Freitag erreichen könne. Da wir aber die nächste Nacht nicht wieder auf der Straße schlafen wollten, brauchten wir eine andere Lösung: Locksmith. Also haben wir beim Schlüsseldienst angerufen. Leider war dort nur der Anrufbeantworter an und auch, nachdem man zwei mal draufgequatscht hat und meinte, dass es wirklich sehr dringend sei, hat keiner zurückgerufen =/
Also ging es erstmal zum Frühstück ab zu Whoolworths, einem der beiden größten Supermärkte in Australien. Mit einem bisschen Brot, Obst und Selter in der Hand war die Freude groß als wir eine Bank hinter den Kassen entdeckten, wo wir dann gemütlich frühstückten. Ich glaube, dass war echt mein Tiefpunkt, als ich mich immer noch in den Arbeitsklamotten vom Vortag so über eine Bank gefreut habe, weil wir dann nicht auf dem Boden frühstücken mussten!
Naja, nach dem Essen sind wir dann nochmal zurück zur Wohnung und haben uns mit zwei Freunden von Trajan getroffen, die er angerufen hatte, um uns zu helfen. Nachdem sie aber auch keinen Rat wussten, waren wir wieder auf uns allein gestellt.
Als wir echt nicht mehr wussten, was wir machen sollten, hat Trajan uns dann nochmal angerufen und erzählt, dass er – wie auch immer er das geschafft hat – Locksmiths erreichen konnte und sie in einer halben Stunde kommen würden. Nach einer ganzen statt einer halben Stunde war er dann auch tatsächlich da und konnte uns in relativ kurzer Zeit die Tür öffnen. Ich glaub ich war noch nie so glücklich über eine offene Tür, das war echt ein schöner Moment. Das Beste war dann nur, dass sich dann herausstellt, dass das Schloss nicht kaputt war, wovon wir die ganze Zeit ausgingen, weil wir ja dachten, dass wir die richtigen Schlüssel mithatten, nein, der richtige blaue Schlüssel, DER Schlüssel lag einsam auf der Küchentheke…oh man, wir hätten gleichzeitig lachen und weinen können.
Im Nachhinein kann man echt nur über die ganze Geschichte lachen, so dämlich kann man echt nicht sein, aber naja, immerhin waren wir uns sicher, dass wir nie wieder den falschen Schlüssel mitnehmen würden!

Alltag Down Under

Also meine Lieben, zuerst will ich mich erstmal entschuldigen, dass ich mich seit Ewigkeiten nicht mehr bei euch gemeldet habe, obwohl ihr immer so liebe E-Mails geschrieben habt…bei mir war in letzter Zeit nur einiges los und dennoch gibt es nicht wirklich viel darüber zu erzählen, weil die Tage eigentlich nur aus Schlafen, Essen und Arbeiten bestanden…aber dann werde ich einfach mal ein bisschen was über die Arbeit erzählen:
Also im Shenannigans - ein Irish Pub - haben Kathi und ich ja zusammen als Barstuff gearbeitet, das heißt wir standen je nach Schicht 4,5-8 Stunden hinter der Bar und haben Kunden bedient, was etwa wie folgt ablief: erstmal natürlich ein freundliches Lächeln aufgelegen und einen möglichen Kunden fragen, ob er den bereits bedient werde; kommt ein“ yes, I’m allright“, verbunden mit einem Nicken und einem Handgruß, wird der nächste mögliche Kunde gefragt; kommt aber keine Antwort und stattdessen ein Vorbeugen, heißt es, er möchte bestellen, was grundsätzlich alle Kunden viel zu schnell, viel zu leise und viel zu murmelnd machen (man muss dazu auch wissen, dass in dem Pub eigentlich immer ein Band spielte, was natürlich eine echt gut, aber auch wahnsinnig laute Rockband war) Da man die Bestellung beim ersten Fragen meistens nie verstanden hatte, wurde direkt nochmal nachgefragt, wobei man sich noch auf Zehenspitzen stellen musste, sodass man so nah wie möglich an den Kunden kam. Wenn denn endlich nach einigen „Pardon?“ und Nachfragen, welche Glasgröße etc. mal klar war, was man zu machen hatte ging es los: Biere wurden gezapft (Der Pub hatte ca. 15 verschiedene Biere vom Fass), Spirits wurden angemischt (es gab Vodka, Jim Beam, Jack Daniels, Bundy Rum und Scotch als Basic Spirits an der Decke montiert, sodass bei Knopfdruck genau ein Kurzer rauskam, und alles Mögliche von Malibu über Tequila, Wild Turkey zu weißem und schwarzem Sambuca in einem großen Regal), Kurze wurden gemixt (der Pub hatte eine Liste von besonderen Kurzen, die aus verschiedenen Alkoholika zusammengemischt wurden – am beliebtesten z.B. Wet Pussy aus Peach-Schnapps, Vodka ein bisschen Cranberry-Saft und ein bisschen frischer Limette), Wein oder Sekt eingegossen (keine große Schwierigkeit – aber den richtigen Wein erstmal finden!) oder einfach Flaschen von Bier, Cider oder Spirits geöffnet, wobei auch hier die einzige Schwierigkeit darin besteht, die besagten Flaschen zu finden. So, nun hatte man alle Getränke fertig und dem Kunden hingestellt –hoffentlich, aber leider nicht immer auch die Richtigen und ohne Verluste; ab und zu passiert es nämlich leicht auf dem letzten Zentimeter es zu verschütten, besonders schön bei Rotwein, aber der Kunde nahm’s gelassen ;) - da hieß es „how much?“, also alles ins System eingeben, erst einloggen und dann Getränk für Getränk mühsam auf der riesigen Tastatur finden und eingeben, was besonders bei den Weinen ein großer Akt ist, weil man erstmal an sich die Weine nicht wirklich kennt und diese dann im System noch so abgekürzt sind, dass man sie echt nicht mehr wiedererkennen kann. Naja, die letzte Hürde ist dann nur noch, das richtige abkassieren, was aber dank des Systems nicht schwer ist. Naja, aber wie bei fast allem war es ganz besonders bei dieser Arbeit, dass man mit der Zeit echt schneller wird. Am Anfang braucht man für alles noch so lange, weil man die meisten Getränke nicht kannte, man dann nicht wusste, wo man sie findet und vor allem, wo sie im System sind, aber mit der Zeit wurde man echt schnell und alles wurde Selbstverständlich.
Was noch zur Bararbeit gehörte, war natürlich die leeren Gläser abzuräumen, Gläservorrat wiederaufzufüllen, Eiswürfel nachzufüllen und sowas – und, eine Besonderheit von Australien, auf den Alkoholpegel der Kunden zu achten, was echt anstrengend war. Sobald ein Kunde nämlich betrunken war, durfte man ihn nicht mehr bedienen, stattdessen sollte man ihm Wasser geben (was hier übrigens immer und überall umsonst ist!). Nur ist es natürlich nicht leicht, das zu beurteilen, erstmal hören wir natürlich als Ausländer nicht, ob sie lallen und dann sieht man die meisten Kunden nur für einige Sekunden, in denen sie bestellen und dann muss man sofort entscheiden: Geb ich ihm was, oder nicht? Das war echt ätzend, vor allem, wenn man sich dazu entschied: okay, er kriegt nichts mehr ging die Diskussion los. Also die Mädels nahmen das eigentlich immer gefasst auf „okay, dann hätt ich gern ein Wasser“, die schienen oft sogar froh, nichts mehr trinken zu können, während die Kerle immer richtig ausgerastet sind, angefangen haben zu pöbeln, was das für ein Laden sei, wie scheiße man denn sei, dass sie ja nicht betrunken seien und dass es ja nicht mein Ernst sein könnte, dass sie jetzt sofort ihren Alkohol haben wollen etc. Naja, nachdem man sich dann gegenseitig schön angeschrien hat, geht man einfach weiter zum nächsten Kunden und bedient ihn. Dabei darf man aber nicht vergessen, die anderen Leute an der Bar und die Security-Männer (Australien ist voll von Security-Männern, überall im Hostel, im Supermarkt, auf der Straßen und ganz besonders in den Pubs ist alles überwacht) darüber zu informieren, dass der besagte Kunde „off tab“ ist.
Naja, so geht es dann bis 2h, denn da macht das Shenannigans zu. Danach heißt es dann die Bar, Theke und alle Tische zu putzen, alle Gläser abzuwaschen und einzusortieren, die Flaschen in den Kühlschränken aufzufüllen (Erkältung ist vorprogrammiert, wenn man eine halbe-ganze Stunde im riesigen Kühlschrank arbeitet: passierte mir zwei mal =/ ) und dies und das, sodass der Pub wieder blitze-blank ist.
Danach gibt es dann erst nochmal ein schönes Feierabendbier, jeder darf sich holen was er will und dann sitzen alle noch ein-zwei Stunden, manchmal auch bis 6 Uhr morgens, zusammen und schnacken über Gott und die Welt.
Insgesamt hat die Arbeit dort echt Spaß gemacht und man hat die Leute, sowohl das Personal als auch die Stammkunden ins Herz geschlossen und man hat auch echt viel Lustiges erlebt, wovon ich euch ein-zwei Annekdoten erzählen möchte:
Das Beste war einmal Fasswechseln. Eigentlich kein Problem und eigentlich mochte ich es auch echt gerne nur einmal habe ich vergessen, den einen Hebel dabei hochzumachen und damit eine schöne Stella-Bierexplosion verursacht! Statt direkt was dagegen zu machen wird natürlich erstmal kräftig geschrien und gelacht, sodass man auch wirklich von oben bis unten in Bier gebadet war, als man das Problem endlich behoben hatte :D Ich musste den ganzen Abend noch darüber lachen, nur leider klebte und roch ich auch dementsprechend ;)
Dann waren dort zwei nette Herren im fortgeschrittenen Alter, die sehr gut aufgelegt waren: „Komm, wir spielen jetzt ein Spiel“(es war nichts los, deshalb konnte ich mitmachen). „Ich hab hier eine Münze, du suchst dir aus, ob du Kopf oder Zahl haben, wirfst die Münze und zeigst mir, was oben ist“ Gesagt, getan und ich habe gewonnen, dachte, dass ich dann vielleicht die 2-Dollar-Münze, mit der wir gespielt haben, gewonnen hätte, aber nein, stattdessen drückt er mir 20 Dollar in die Hand! Richtig krass, und er wollte es auch nicht mehr zurücknehmen, „nein, nein, du hast gewonnen“ das blöde ist nur leider, dass wir nicht jeder unser eigenen Trinkgeld hatten, sondern unter allen geteilt haben =/ und da Kathi und ich echt abgesahnt haben, ist es echt ärgerlich, weil wir so fast nichts davon haben.
Naja, ansonsten hatte man einfach jede Menge lustige Konversationen über Getränke („Can I get a Bundy and Coke and a Rum and Coke“ (Bundy ist Rum) „Yes, so two Rum and Coke“ „No,no I’d like to have one Bundy and Coke and a Rum and Coke“ und so ging es hin und her, weil er es echt nicht einsehen wollte) Gut waren auch die Leute, die einen Fragen, welches der Getränke denn jetzt Vodka and Lemonade und welches Vodka and Coke war, da fragt man sich nur, wo die leben, dass sie den Unterschied nicht sehen. Und eins meiner Lieblingsgespräche war Folgendes: „Wo kommst du her?“ „aus Deutschland“ „oh, aus Deutschland…hattest du früher Bananen“ „Bananen?“ „ja, Bananen“ „Natürlich hatte ich Bananen“ „Ah achso, weil früher hatten ja nicht alle Bananen, aber das ist ja schön, dass du Bananen hattest“ Da ging mir ein Licht auf und ich verstand, dass er wohl von Ost und West redet und da hab ich ihn dann aufgeklärt, dass ich nicht im geteilten Deutschland gelebt habe, aber das war schon eine schöne Konversation :D
Naja, natürlich gab’s noch jede Menge mehr schöne Geschichten, aber ich merke gerade, dass mein „Es gibt nicht viel zu berichten“ etwas ausartet…deshalb: Themenwechsel.

Also unser zweiter Job war ja bei Adventure Tours das Truckswaschen. Darüber gibt es aber wirklich nicht viel zu erzählen. Dienstags und sonntags haben Kathi und ich zusammen gearbeitet und die anderen Tage haben wir uns abgewechselt und jeweils mit Tim gearbeitet. Mit guter und lauter Musik wurden dann erst die Sitze mit einem Besen abgestaubt, dann wurde alles mit schönem starkem Putzmittel abgewischt, was man in irgendeiner Weise abwischen konnte, danach wurde mit einem Handfeger der Boden saubergemacht, die Fenster geputzt und schließlich noch gemobbt. Wenn der hintere, große Teil fertig war, wurden nun je nach Truck ein oder zwei vordere Abteile geputzt. Man muss dabei bedenken, dass die Trucks in der prallen Sonne standen und es unvorstellbar heiß in ihnen war, sodass man mehr als durchgeschwitzt war. Wenn von innne zwei Trucks geputzt waren, wurden die dann erstmal von außen geputzt, damit sie dann vom Waschplat weggefahren werden konnten. Dazu wurde mit dem Hochdruckreiniger erstmal im schwachen Modus Seife aufgetragen, danach der Truck dann mit einer Bürste/Besen geschrubbt, dann mit Hochdruckreiniger im starken Modus abgewaschen, dann nochmal mit einem Wasserschlauch abgespritzt und schließlich die Fenster abgetrocknet. Pro Tag wurden dann circa 3-4 Trucks in circa 3-4 Stunden gewaschen. Einzige Besonderheit war noch, wenn manchmal der Plus-Bus kam, auf den man dann immer warten musste, weil er am gleichen Tag, an dem er kommt, immer schon gewaschen werden muss, weil er am nächsten Tag schon wieder raus muss.Insgesamt auch der Job Spaß gemacht und ich bin froh, dass wir den noch bekommen haben, vor allem, weil wir so viel Essen immer geschenkt bekommen haben. An einigen Tagen konnte man das ganze Essen kaum nach Hause tragen, weil es einfach so viel war und bei uns im Schrank hatten wir einfach Stapelweise Konservendosen, das war einfach nur gut :)